Zustand Schienenfüterverkehr

Ende Juni 2020 wurde der „Masterplan Schienenverkehr“ vorgestellt. Ein wichtiger Bestandteil dessen: der 2017 veröffentlichte „Masterplan Schienengüterverkehr“ wurde in seiner Relevanz bestätigt, die Akteure einigten sich auf eine weiter zügige Umsetzung der bereits beschlossenen Maßnahmen.

Wir von ASTRAN finden, dies ist der richtige Zeitpunkt, um die beschlossenen Maßnahmen zu rekapitulieren und zu sehen, welche bereits in der Umsetzung sind.

Ziel des Masterplans war eine Stärkung und die wettbewerbsfähigere Gestaltung des Schienengüterverkehrs. In den kommenden Zeilen geht es vor allem um eines: Wo steht der deutsche Schienengüterverkehr heute, rund drei Jahre nach Fassung dieses Ziels?

Der Masterplan identifiziert zehn Handlungsfelder und daraus resultierende Maßnahmen

Diese sind vor allem im Bereich Infrastruktur, Digitalisierung und Automatisierung zu finden. Doch neben Innovationen waren auch Trassenund Steuerentgelte Teil der Agenda.

Um den Schienengüterverkehr auszuweiten und seinen Marktanteil zu erhöhen, muss zunächst die benötigte Infrastruktur geschaffen werden. Für die Knoten Hamburg, Köln und Frankfurt sind diverse Ausbauprojekte geplant. Die Bauvorhaben, die in verschiedenen Baustufen realisiert werden, befinden sich in Teilen seit 2016 in der Umsetzung. Vorhandene Korridore werden ausgebaut, durch neue Gleise erweitert und an moderne technische Standards angeglichen. Hierdurch sollen der Schienenpersonen- und der Schienengüterverkehr entzerrt und Kapazitäten somit erhöht werden. Um Innovationen vorantreiben zu können – vor allem im Bereich Digitalisierung und weiterer Automatisierung von Prozessen, startete am 20. Mai 2020 das Bundesprogramm „Zukunft Schienengüterverkehr“. Für das Kalenderjahr 2020 sind 30 Millionen an Forschungsgeldern ausgelobt.

Im Rahmen der Digitalisierung und Automatisierung der Bahn, verbunden mit dem Bundesprogramm „Zukunft Schienengüterverkehr“, ist vor allem ein Feld hervorzuheben: die Entwicklung einer digitalen automatischen Kupplung (DAK). Bereits 2015 wurde „angestrebt, die heute standardisierte Schraubenkupplung durch eine automatische Kupplung abzulösen.“ [1] Geschehen ist in den letzten drei Jahren jedoch nicht allzu viel. Der Verband der Güterwagenhalter in Deutschland e.V. hat in diesem Jahr, als Antwort auf die ausbleibenden Entwicklungen, eine DAK-Charta veröffentlicht, in der drei Kernforderungen gestellt werden: Die Entwicklungsphase beschleunigen, Beschaffungs- und Umstellungskosten fördern und regulatorische Rahmenbedingungen setzen.[2] Die Deutsche Bundesregierung hat auf die Forderungen reagiert und sich während ihrer EU-Ratspräsidentschaft für eine europaweite Lösung für die DAK eingesetzt.

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